Totale Sonnenfinsternis auf Mallorca Von einer Sonnenfinsternis und dem eigenen Weg
05.09.2026 von Peter Sander
- August 2026 â ein Termin, den Naturwissenschaftler und Naturliebhaber schon lange im Kalender markiert hatten: eine totale Sonnenfinsternis ĂŒber Mallorca. Manche Augenblicke dauern nur wenige Minuten â und bleiben doch lange in Erinnerung.
Bevor dieser Augenblick kommen konnte, war einiges an Vorbereitung nötig. Wo wĂŒrde die tiefstehende Sonne nicht hinter einer Bergkette verschwinden? Wo wĂ€re der Blick weit genug? KI-gestĂŒtzte Recherchen halfen bei der Planung â doch nicht alles, was auf dem Bildschirm ĂŒberzeugend aussieht, bewĂ€hrt sich auch in der Wirklichkeit.
Also hieĂ es bei 38 Grad: selbst losgehen, schauen, prĂŒfen, neu ĂŒberlegen â und an genĂŒgend Wasser denken. Manche Orte schieden aus, andere erwiesen sich erst vor Ort als ungeeignet. Bis schlieĂlich der richtige Platz gefunden war: freier Blick auf die Sonne, weite Landschaft â und ganz unerwartet kein anderer Mensch weit und breit.
Dann verĂ€nderte sich das Licht. FĂŒr wenige Augenblicke schob sich der Mond vollstĂ€ndig vor die Sonne, die Landschaft wurde still und fremd â und all das Planen, Suchen und Laufen war vergessen. GĂ€nsehaut pur.
Vielleicht war dieser Moment auch deshalb so besonders, weil der Weg dorthin nicht ganz einfach gewesen war.
Ich wĂŒnsche viel Freude beim Betrachten der Bilder und Plakate. Die Aufnahmen wurden mithilfe von KI hinsichtlich ihrer SchĂ€rfe nachbearbeitet; auch bei der Gestaltung der Plakate kam KI zum Einsatz. Dabei zeigten sich Möglichkeiten und Grenzen gleichermaĂen: Selbst das vermeintlich einfache Ersetzen einzelner Bilder fĂŒhrte mitunter zu durchaus eigenwilligen VerĂ€nderungen an anderer Stelle (die Bilder selbst dĂŒrfen nicht anderweitig verwendet werden und sind urheberrechtlich geschĂŒtzt).
Und vielleicht erzÀhlen diese Bilder deshalb von mehr als von einer Sonnenfinsternis.
Vielleicht erzĂ€hlen sie auch etwas ĂŒber Bildung. Ăber Schule. Und darĂŒber, seinen eigenen Weg zu finden.
Denn auch Bildung verlĂ€uft nicht auf einem fertig vorgezeichneten Weg. Wir wĂŒnschen unseren SchĂŒlerinnen und SchĂŒlern, dass sie eigene Ziele entdecken, neugierig bleiben und den Mut entwickeln, ihren Weg dorthin zu finden. Dass sie erfahren, dass Lernen Anstrengung und manchmal auch Umwege bedeutet â und dass gerade darin die Chance liegt, die eigenen FĂ€higkeiten zu entdecken und an Herausforderungen zu wachsen.
Bildung bedeutet fĂŒr uns deshalb mehr, als vorgegebene Ziele möglichst schnell zu erreichen. Sie soll Orientierung geben, ohne jede Richtung vorzugeben. Sie soll junge Menschen befĂ€higen, eigene Entscheidungen zu treffen, Verantwortung zu ĂŒbernehmen und darauf zu vertrauen, auch unbekannte Wege gehen zu können.
Vielleicht passt die Sonnenfinsternis deshalb besser zu einer Schule, als man zunĂ€chst denken mag: Es braucht Ziele, Planung und gute Werkzeuge â aber auch die Bereitschaft, genau hinzusehen, PlĂ€ne zu verĂ€ndern und den eigenen Standort immer wieder neu zu bestimmen.
Und es gilt fĂŒr unsere junge Schule.
Denn eine Schule entsteht nicht allein dadurch, dass ein GebĂ€ude seine TĂŒren öffnet. Sie entsteht durch Menschen, die Ideen einbringen, Verantwortung ĂŒbernehmen, planen, diskutieren, ausprobieren und gemeinsam gestalten.
Eine SchulgrĂŒndung kommt sicherlich hĂ€ufiger vor als eine totale Sonnenfinsternis. Und doch ist es etwas AuĂergewöhnliches, mitzuerleben, wie aus einer Vision PlĂ€ne werden, aus PlĂ€nen RĂ€ume, aus RĂ€umen eine Schule â und aus vielen einzelnen Menschen eine Gemeinschaft.
Auch unsere Schule darf wachsen. Wir dĂŒrfen Erfahrungen sammeln, Neues ausprobieren und unsere Richtung gemeinsam bestimmen. Wir gehen nicht nur einen Weg â wir gestalten ihn, wĂ€hrend wir ihn gehen. FĂŒr unsere SchĂŒlerinnen und SchĂŒler. FĂŒr die Menschen, die hier lernen und arbeiten. Und fĂŒr eine Schule, deren Geschichte gerade erst geschrieben wird. Nach diesem ersten Jahr wissen wir: Das Gymnasium Röhrmoos ist lĂ€ngst mehr als ein neues GebĂ€ude. Es ist unsere Schule geworden. Und unser gemeinsamer Weg hat gerade erst begonnen.
Hier gibt's ein Plakat mit einer ErklÀrung zur Entstehung der Sonnenfinsternis.
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