Reelle Situationen bewÀltigen Achten Klassen durchlaufen PrÀventions-Programm
12.05.2026 von Matthias Spanrad
Dunkle Tunnel, Ausgrenzung auf dem Pausenhof oder die Eskalation in der S-Bahn: Wie reagiert man richtig, wenn Situationen brenzlig werden? SchĂŒlerinnen und SchĂŒler der achten Jahrgangsstufe haben sich genau diesen Fragen gestellt â und dabei gelernt, dass Mut manchmal auch bedeutet, einen Schritt zurĂŒckzutreten.
Es ist ein Szenario, das niemand erleben möchte: Die DĂ€mmerung ist lĂ€ngst eingebrochen, der Heimweg fĂŒhrt durch eine menschenleere UnterfĂŒhrung. Plötzlich schĂ€lt sich eine finstere Gestalt aus dem Schatten und versperrt den Weg. Was nun? In solchen Momenten sind lange Diskussionen fehl am Platz, und heldenhafter Aktionismus kann lebensgefĂ€hrlich sein. Die Antwort der Experten ist so simpel wie effektiv: Ein geordneter RĂŒckzug ist oft die klĂŒgste Reaktion, um die eigene Unversehrtheit zu garantieren.
Genau um diese Grenzbereiche des Alltags drehten sich die drei Projekttage unter dem Banner âPackmasâ, einem PrĂ€ventionsprogramm, das vielen noch unter dem Namen âZammgrauftâ bekannt ist. Unter der Leitung der LehrkrĂ€fte Marie Pfau und Matthias Spanrad, beide zertifizierte Trainer des Programms, setzten sich die Jugendlichen intensiv mit realen Bedrohungsszenarien auseinander.
Dabei ging es nicht nur um den Schutz vor körperlicher Gewalt, sondern auch um die subtileren Formen der Aggression: Mobbing und soziale Ausgrenzung: Wie reagiere ich, wenn eine Gruppe gezielt eine einzelne Person isoliert? Was kann ich als Einzelner tun, um eine Eskalation zu verhindern? Wo verlÀuft die Grenze zwischen unterlassener Hilfeleistung und notwendigem Selbstschutz?
âHinschauen und Handeln, statt wegschauen oder gar anstiftenâ, so lautet das Credo der Initiative. In Rollenspielen und Diskussionen lernten die SchĂŒler, verschiedene Formen von Gewalt zu identifizieren und ihre eigene Wahrnehmung zu schĂ€rfen. Das Ziel: Zivilcourage fördern, ohne sich selbst zum Opfer zu machen.
Am Ende der Projekttage kristallisierten sich LeitsĂ€tze heraus, die nun als Plakat das Klassenzimmer prĂ€gen und als moralischer Kompass dienen sollen âWir unterschĂ€tzen niemals den Gegner. Wir grenzen niemanden aus. Und wir sagen deutlich Nein, wenn wir uns in einer Situation unwohl fĂŒhlen.â
Die âPackmasâ-Aktion, ursprĂŒnglich von der MĂŒnchner Polizei ins Leben gerufen, hat lĂ€ngst Schule gemacht. Dank der UnterstĂŒtzung der Dominik-Brunner-Stiftung werden bayernweit LehrkrĂ€fte als Multiplikatoren ausgebildet, um diese wichtigen Werte direkt in die Schulen zu tragen. Das Feedback der AchtklĂ€ssler war eindeutig: Viele zeigten sich ĂŒberrascht von der KomplexitĂ€t der Themen und betonten, wertvolle Strategien fĂŒr ihren eigenen Alltag mitgenommen zu haben.
FĂŒr das GMR ist klar: Diese Aktion soll kein einmaliges Ereignis bleiben, sondern in den kommenden Jahren fest im Lehrplan verankert werden. Denn Zivilcourage ist kein Schulfach, sondern eine Haltung, die man trainieren kann.